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Shiatsu bedeutet übersetzt "Fingerdruck" und hat seinen Ursprung in Japan und in der traditionellen chinesischen Medizin. Es ist ein vollständiges System der Heilung durch Berührung. Ich benutze meine Hände, Daumen, Finger, Unterarme, Knie und Füße, um auf bestimmte Körperstellen (im Verlauf der Meridianlinien) Druck auszuüben. Meridianlinien sind Kanäle im Körper, durch die Lebensenergie („Ki“) fließt. Die Behandlung und der philosophische Hintergrund sind der Akupunktur sehr ähnlich, nur werden keine Nadeln verwendet.
Das japanische Gesundheitsministerium definiert Shiatsu folgendermaßen:
„Shiatsu-Therapie ist eine Form von manueller Behandlung, ausgeführt mit dem Daumen, anderen Fingern und Handflächen, ohne Zuhilfenahme irgendwelcher Instrumente. Durch Druck auf die menschliche Haut beseitigt sie innere Störungen, fördert und erhält die Gesundheit und behandelt spezielle Beschwerden.“
Für die offizielle Ausübung von Shiatsu gibt es in Österreich gesetzlich festgelegte Richtlinien. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Shiatsupraktiker ist der Nachweis (Diplom) über eine 3-jährige Ausbildung an einer vom Österreichischen Dachverband für Shiatsu anerkannten Schule. Ich habe meine Ausbildung bereits 1997 abgeschlossen und kann auf eine fast zehnjährige Berufserfahrung zurück blicken.
Wie wirkt Shiatsu?
Shiatsu reguliert den Energiehaushalt. Ein gestörter Energiefluss im Meridiansystem beeinträchtigt das vegetative Nervensystem und die Organfunktionen.
Auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt, wird der Energiefluss harmonisiert. Shiatsu ist eine sanfte Technik, die für Menschen jeden Alters – auch Kinder – geeignet ist.
Shiatsu strebt in unserer stresserfüllten Zeit Ruhe und inneren Ausgleich an. Körperliche und mentale Spannungen werden abgebaut. Ein weiterer heilsamer Aspekt ist die liebevolle Berührung.
Nebenwirkungen sind fast ausgeschlossen – manchmal kann es durch die Aktivierung des Stoffwechsels zur vorübergehenden Müdigkeit kommen, aber durch vermehrte Flüssigkeitszufuhr verschwindet diese sehr rasch.
Durch die Harmonisierung des Energiesystems werden die Selbstheilungskräfte aktiviert bzw. die Gesundheit aufrechterhalten.
Shiatsu
- vitalisiert die Haut
- lockert die Muskulatur
- stimuliert die Zirkulation der Körperflüssigkeiten
- reguliert die Funktionen des Nervensystems
- wirkt sich positiv auf das Hormonsystem aus
- erhält die Beweglichkeit
- unterstützt das Verdauungssystem
- verbessert das Körpergefühl und die Körperwahrnehmung
- wirkt sich äußerst positiv auf die psychische Verfassung aus.
Indikationen für Shiatsu sind unter anderem -
Kopfschmerzen, Migräne - Nacken- und Rückenschmerzen
- Stresssymptome, Nervosität
- Erschöpfungs- und Schwächezustände
- Verdauungsprobleme
- Schlafstörungen
- Gynäkologische Beschwerden
- Schwangerschaft, Geburtsvorbereitung sowie -nachbetreuung
- Jede Art von „Unwohlsein“
Verbesserung der Wahrnehmung und Bewusstsein
Shiatsu bewegt viel. Durch die Auflösung von Energieblockaden, wird die Wahrnehmung in jeder Hinsicht verbessert – Gefühle und körperliche Empfindungen werden intensiver gespürt, Konzentration wird gesteigert, als ganzheitliche Methode wirkt sich Shiatsu sehr positiv auf die psychische Verfassung auf und ist auch bei depressiven Verstimmungen sehr zu empfehlen.
Sie wirken bei regelmäßiger Anwendung vitaler und haben mehr Lebensfreude. Vorhaben oder Veränderungen, die lange geplant waren, können plötzlich umgesetzt werden. Das Leben kommt mit der eigenen Energie wieder in den Fluss. Man hat wieder Lust auf Bewegung, gesunde Ernährung, ...
Was geschieht bei einer Shiatsubehandlung?
Wenn Sie das erste Mal zu einer Shiatsusitzung kommen, werden kurz Fragen über Ihr allgemeines Befinden gestellt. Ernährungsgewohnheiten, Vorlieben bezüglich Geschmacksrichtungen und Lebensgewohnheiten u.ä. können bereits wichtige Hinweise auf Ihren Energiestatus bzw. -schwächen geben. Nachdem ausreichend Information zur Verfügung steht, kann die Sitzung beginnen.
Sie sollten bequeme Kleidung (aus Baumwolle) zum Wechseln mithaben, da am bekleideten Körper gearbeitet wird. Dies geschieht nach japanischer Tradition auf einer Matte am Boden. Dann wird am Hara (Bauch) oder Puls an den Handgelenken der Energiefluss erspürt bzw. diagnostiziert.
An Ihre persönlichen Bedürfnisse angepasst, darin liegt die Kunst, beginnt der Behandlungsablauf. Alle Bewegungen geschehen aus der Mitte – aus dem Hara – des Shiatsupraktiker ohne Dinge zu forcieren. Es ist ein meditatives, ausgeglichenes Geben und Nehmen. Wenn Shiatsu richtig praktiziert wird, muss der sich Gebende sich genauso wohl fühlen wie der Empfangende.
Neben der Drucktechnik werden auch Gelenke mobilisiert, Dehnungen und passive Bewegungen integriert.
Nach Beendigung der Behandlung sollte noch ein paar Minuten Ruhe eingehalten werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser!) nach der Sitzung ist gut, um eventuell frei gewordene Giftstoffe besser ausscheiden zu können.
Es kann durch das Lösen der Energieblockaden auch zum Lösen von aufgestauten Emotionen kommen, was erwünscht und sehr heilsam ist. Um von einer Shiatsusitzung optimal profitieren zu können, ist es gut, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Gestaute Emotionen gehören gemäß der traditionellen chinesischen Medizin zu den inneren Krankheitsursachen.
Wie alle ganzheitlichen Methoden kann auch Shiatsu nur die Schulmedizin begleiten und nicht ersetzen. Daher ist bei konkreten Beschwerden immer eine ärztliche Abklärung notwendig!
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